» Tränen des Vaterlandes

Wir sind doch nunmehr gantz
ja mehr denn gantz verheeret!
Der frechen Volcker Schaar
die rasende Posaun
Das vom Blutt fette Schwerdt
die donnernde Carthaun
Hat aller Schweiz / und Fleiß
und Vorrath auffgezehret.
Die Turme stehn in Glutt
die Kirch ist umgekehret . 

Das Rathauß wiegt im Grauß
die Starcken sind zerhaun
Die Jungfern sind geschand't
und wo wir hin nur schaun
Ist Feuer / Pest / und Tod
der Hertz und Geist durchfahret.
Hir durch Schantz und Stadt
rinnt allzeit frisches Blutt.

Dreymal sind schon sechs Jahr
als unser Strome Flutt
Von Leichen fast verstopfft
sind langsam fort gedrungen.
Doch schweig ich noch von dem
was arger als der Tod

Was grimmer denn die Pest
und Glutt und Hungersnoth
Das auch der Seelen Schatz
so vilen abgezwungen. 

 

« »

 

Kunst- & Literaturpark SCHLOSS HUBERTUSHÖHE