Das Schloss Hubertushöhe ist das einzige europäische Schloss, auf dessen Zinnen eine Piratenfahne weht. 

Wir sind nicht die Piratenpartei. Bereits seit 10 Jahren flattert auf unserem Solinger Firmensitz die Fahne der Piraten. Wir haben als Arbeiterkinder von Piratenschiffen geträumt und enterten als Fabrikanten später den Weltmarkt. Von einem Teil der Beute haben wir nun die teure Immobilie erworben. Wir verstehen uns als Freibeuter der Märkte und wollen vom Schloss aus auf Kaperfahrt gehen gegen die zum Teil hohle und durch-kommerzialisierte Massen-Kultur unserer Zeit. 

Es ist paradox. Ein Teil der Menschen wird durch die entfesselten Märkte an die Wand gedrückt, ein anderer glaubt, materieller Reichtum und Konsum wären der Schlüssel zum Glück.

 

Was aber ist alles Gold der Erde gegen den Seelenrausch tätigen Menschseins, was ein Haus am See gegen Liebe und Kreativität, was sind tausende Facebook-Freunde gegen einen einzigen, wirklichen Freund? Nicht im isolierten Googeln oder purem Gelderwerb, in engagierter Arbeit, der Teilnahme am Gemeinwesen und Kulturerbe sowie in der Gestaltung der Demokratie liegt das Glück. Und was ist erfüllender, als durch aufbauendes Tun Bedeutung für andere Menschen zu gewinnen?

Wir wollen zeigen, dass es einen Typus von Kultur gibt, der die Denk- und Handlungsräume weitet und Partizipation möglich macht und einen anderen Typus, der die Menschen in die Honigfallen platter Unterhaltung lockt und nichts hinterlässt als ein schales Gefühl der Leere. Wir sind der Auffassung, dass diese Kultur Menschen passiv macht und auch unserer Volkswirtschaft schadet.

 

Die Dickschiffe der Massenkultur, also Privatsender, Bild und Co., gleichen Tankstellen, die die Hirne mit schlechtem Sprit versorgen. Natürlich wissen wir, dass es die Menschen selber sind, die das kaufen und konsumieren. Sie tun dies frei und aus sich selbst heraus. Doch es gibt Alternativen zu dieser Kultur der falschen Schlagzeilen, des seichten Amüsements, der blutrünstigen Movies, der Abwertung und Ausgrenzung.

Wir werden im fairen Wettbewerb auf diese dickbauchigen Kommerzschiffe einige Breitseiten abfeuern. Vielleicht können wir die Kultur insgesamt ein klein wenig verbessern? Lassen wir die Musen sprechen. Unsinnige Kommerzkultur kann man nicht mit Kanonen bekämpfen, man muss sie, wie Heinrich Heine sagt, „mit heller Stimme aus der Welt lachen.“ Sicher ist auch: ohne kreative Kultur kann es keine innovative Wirtschaft geben.  

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Kunst- & Literaturpark SCHLOSS HUBERTUSHÖHE