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Der Traum

Beim Gang über den Strand
beschloss ich, dich zu verlassen.

Ich trat auf dunklen Schlick,
der wankend nachgab,
sank ein, kam wieder heraus,
beschloss, du solltest
heraus aus mir, da du darin lastetest
wie ein kantiger Stein,
und ich plante, wie ich dich loswürde,
Zug um Zug:
dir die Wurzeln abhacken,
allein dem Wind dich überlassen.

Ach, in dieser Minute
mein Herz, überkam dich
ein Traum
mit seinen schaurigen Schwingen.

Du fühltest dich verschlungen vom Schlick
und riefst mich, und ich kam nicht herbei,
du gingst unter, starr,
ohne dich zu wehren,
bis du versankst im Strandschlund.

Später
stieß mein Entschluss auf deinen Traum,

und seit dem Bruch,
der uns die Seele zerbrach,
sind wir aufs neue aufgetaucht, rein und nackt,
uns liebend,
ohne Traum, ohne Strand,
vollständig und strahlend,
vom Feuer besiegelt.

 

 




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